Vom Stör zum Uhrenarmband

Das exquisite Störleder made in Bern, exklusiv für RB Baumgartner Uhren

Sabina Brägger, eine junge Designerin aus Bern, hat sich voll und ganz dem Stör verschrieben. In ihrem kleinen aber feinen Atelier in Riedbach entstehen Schmuck und Accessoires aus der Haut der Störe aus dem Tropenhaus in Frutigen. Sabinas Sortiment umfasst Gürtel, Taschen, Armbänder, Schlüsseletuis, iPhone-Covers… und Uhrenarmbänder.

Sabina Brägger vor ihrem Atelier in Riedbach

 

Weshalb Störleder?

Auf die Frage, weshalb Sabina ausgerechnet das Leder des urtümlichen Knochenfischs gewählt hat, beginnt die junge Bernerin zu erzählen: „Als Designerin befinde ich mich oft in einer unangenehmen Zwickmühle. Auf der einen Seite möchte ich meine Visionen von neuen Produkten umsetzen, auf der anderen Seite stört mich das fehlende Bewusstsein der Konsumenten bezüglich der Herkunft und der oftmals fragwürdigen Art der Produktion. Es ist für mich eine schwierige Gratwanderung zum einen den Markt mit meinen Ideen zu erweitern und gleichzeitig den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen zu vermeiden.“ Schon immer interessierte Sabina Leder und dessen Verarbeitung. Die Idee, mit Störleder zu arbeiten, entstand nach einem Besuch ihrer Mutter im Tropenhaus in Frutigen.

Das Tropenhaus Frutigen gilt als Pionier auf dem Gebiet nachhaltiger Fischzucht in landbasierten Aquakulturen in der Schweiz. Im Zentrum der Anlage befindet sich eine leistungsfähige, professionelle Produktionsstätte für die Zucht von Süsswasserfischen und zur Produktion von Störfleisch und Kaviar. Das 18 Grad warme, qualitativ hochwertige Wasser aus dem Inneren des Lötschbergbasistunnels bildet die ideale Umgebung für den Sibirischen Stör. In erster Linie dient die Fischzucht der Produktion des unverkennbaren Schweizer Alpen Kaviars und des Störfleischs. Aber auch grosse Teile des restlichen Fisches werden genutzt; die Schwimmblase kommt zur Pigmentbindung in der Ölmalerei wieder zur Anwendung und das Kollagen aus den Knochen wird in der Kosmetikindustrie weiterverarbeitet. Sogar der wenige Abfall des Fisches, Kopf und Flossen, wird in der eigenen Biogasanlage verbrannt. Mit der daraus entstandenen Wärme werden die Büroräumlichkeiten des Tropenhauses geheizt. Einzig die Haut wurde bis vor ein paar Jahren nicht genutzt. Sabina Bräggers Mama erzählte ihr von der spannenden Führung im Tropenhaus und davon, dass die Haut des Störs eine brach liegende Ressourcenquelle darstellt. Daraufhin suchte Sabina das Gespräch mit den Verantwortlichen des Tropenhauses, welche sofort einverstanden waren, ihr Störhäute zur Verfügung zu stellen. Das war schlussendlich der Startschuss Störlederverarbeitung von Sabina Brägger. 

Sabina und ihre Stör-Freunde im Tropenhaus Frutigen

 

Von den ersten Versuchen zum Prototypen

Die ersten Versuche, mit dem Leder zu arbeiten, brachten einige Herausforderungen zu Tage. Da der Fisch keine Schuppen sondern Knochenplatten hat, braucht es eine grosse Sorgfalt, um ein Heraus- oder Abbrechen der Hornplättchen zu verhindern. Für den Tragekomfort des Endproduktes ist es wichtig, dass keine scharfen Kanten mehr vorhanden sind. Die feinen Wiederhäkchen auf der Fischhaut würden sich ständig in der Kleidung verhaken, weshalb Sabina Brägger jedes Stück Störleder vor der Verarbeitung glatt schleift.

Nach einigen Prototypen professionalisierte die sympathische Bernerin die Produktion der Uhrenarmbänder. Heute braucht Sabina Brägger für ein einfaches, flaches Armband gerade mal eine Stunde und für das Bombierte 1.5 bis 2 Stunden. Wie entstehen denn die RB Baumgartner Störarmbänder? Zuerst zeichnet Sabina die Bänder am Computer. Danach werden sie von einer Cutter-Maschine individuell zugeschnitten. So sind die verschiedensten Grössen umsetzbar. Der Haptik wegen müssen die Armbänder an einigen Stellen „ausgedünnt“ werden. Dies geschieht mit einer herkömmlichen Schleifmaschine. Bevor die ausgeschnittenen und geschliffenen Uhrenbänder genäht werden, faltet und verleimt Sabina die beiden Teile. Danach kommt die alte, ehrwürdige Nähmaschine zum Einsatz und näht die beiden Hälften zusammen. Zu guter Letzt verputzt Sabina die Schnittkanten gleichmässig und näht von Hand die Schleifchen zusammen.

 

Was sind die Vorteile von Störleder?

Was genau sind denn nun die Vorteile von Störleder gegenüber anderen Lederarten? Ein grosser Vorteil ist offensichtlich und liegt auf der Hand: Das Störleder ist wasserfest und es entstehen keine unschönen Schweissränder. Auch wird das Leder nicht ranzig und ist sehr langlebig durch die pflanzliche Gerbung. Weil es keine identischen Störhautstücke gibt, ist das Produkt daraus einzigartig – wie ein Fingerabdruck – mal hat das Leder viel Struktur, mal weniger. Einzigartig ist sicher auch die schöne Patina des Störleders, welche sich mit den Jahren noch verstärkt. Das Leder wird mit dem Naturpflanzenstoff Mimosa natürlich gegerbt und ist so fester in der Handhabung. Dadurch, dass das Leder weder gebleicht noch weiterbehandelt wird, ist es auf der Haut sehr angenehm zu tragen und löst keine allergischen Reaktionen aus. 

Die Uhrenarmbänder von RB Baumgartner sind im wahrsten Sinne des Wortes einzigartig und passen zu jeder Uhr, von der Zeitlosen, Eleganten bis zur Sportlichen. Und das Beste daran ist, die Bänder sind nicht nur Swiss made, sondern sogar Bern made. 

www.sabinabraegger.ch

Uhrenarmband aus Störleder

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